Software · Eigenes Werkzeug

Was die Tabellenicht leisten kann.

zapply! ist ein Werkzeug für die eigene Stellensuche, gebaut als Ersatz für die Bewerbungstabelle. Es speichert nicht einen Status, sondern dokumentiert jede Station mit Datum, rechnet die Quoten selbst und zeigt in einem Sankey-Diagramm, an welcher Stelle der Prozess abbricht.

Rolle
Konzept, Gestaltung und Entwicklung
Zeitraum
seit 2025
Technik
Cloudflare Workers, JavaScript, macOS
Stand
Betaphase, im täglichen Eigengebrauch

Problem, Lösung, Ergebnis

Der Unterschied zur Tabelle steckt in einem einzigen Punkt: was beim Statuswechsel mit dem passiert, was vorher dastand. Alles Weitere folgt daraus.

  1. Problem

    Die Tabelle überschreibt

    Eine Zelle kennt nur einen Wert. Nach der Absage steht nicht mehr da, dass es vorher zwei Gespräche gab. Die Vorgeschichte ist nicht abgelegt, sie ist weg.

  2. Lösung

    zapply! führt den Verlauf

    Jede Station bleibt als eigener Eintrag mit eigenem Datum erhalten und ist nachträglich korrigierbar. Elf Stationen von geplant bis zurückgezogen.

  3. Ergebnis

    Der Trichter wird sichtbar

    Aus den erhaltenen Wegen entsteht die Auswertung von selbst: wie viele Bewerbungen zu einem Gespräch führen, wie viele weiterkommen und an welcher Station es endet.

Die ersten beiden Tafeln zeigen dieselben drei Stationen. Links ist nur die letzte übrig, rechts sind alle drei erhalten, und erst daraus lässt sich der Trichter rechnen.

Vier Funktionen

Zwei davon rechnen aus, was in einer Tabelle nur zwischen den Zeilen steht. Die anderen zwei nehmen bei der Erfassung und beim Wiederfinden Arbeit ab.

  1. 01

    Sankey-Diagramm

    Der Trichter über alle Bewerbungen in einem Bild. Endstatus zweigen dort ab, wo sie eingetreten sind, sodass eine Absage nach dem ersten Gespräch nicht im selben Topf landet wie eine Absage direkt nach dem Verschicken.

  2. 02

    Dokumentation

    Elf Stationen von geplant bis zurückgezogen, jede mit eigenem Datum. Dazu Kanal, Gehalt nach Betrag, Art und Zeitraum, Arbeitszeit, Bewerbungsschluss und die Adresse der Stellenanzeige.

  3. 03

    Bewerbungsstatistiken

    Quoten je Übergang, Bewerbungen nach Monat und Ort, Antwortzeit als Median, Gehaltsspanne, Kanäle mit ihrer Gesprächsquote und der Ausgang aller abgeschlossenen Vorgänge.

  4. 04

    Sortierfunktion

    Sortierung nach Datum, Status, Firma oder Gehalt in beide Richtungen, Suche über fünf Felder gleichzeitig und Filterchips je Status. Die Wahl bleibt pro Gerät gespeichert.

Warum nicht einfach eine Tabelle

Fast jede Stellensuche beginnt mit einer Tabelle, und eine Weile trägt sie das auch. Punkt für Punkt sieht der Vergleich so aus.

  1. Statuswechsel

    Bewerbungstabelle

    Die Zelle wird überschrieben. Nach der Absage steht nicht mehr da, dass zuvor zwei Gespräche stattgefunden haben.

    zapply!

    Jede Station bleibt mit eigenem Datum erhalten und ist nachträglich korrigierbar.

  2. Auswertung

    Bewerbungstabelle

    Zeilen zählen, Zwischensummen bilden, ein Diagramm von Hand bauen. Meist bleibt es beim Zählen.

    zapply!

    Sankey-Diagramm, Quoten je Übergang, Antwortzeit, Gehaltsspanne und Kanäle entstehen aus den Daten selbst.

  3. Erfassung

    Bewerbungstabelle

    Jede Spalte einzeln tippen. Nach zwanzig Bewerbungen laufen die Schreibweisen auseinander und die Suche findet nichts mehr.

    zapply!

    Eingabehilfe für rund 300 Arbeitgeber und 175 Orte, Kanäle als Symbol, Gehalt strukturiert nach Betrag, Art und Zeitraum.

  4. Nächster Schritt

    Bewerbungstabelle

    Steht nirgends. Wo nachzufassen wäre, muss man selbst im Kopf behalten.

    zapply!

    Ein Knopf in derselben Zeile: Gespräch ansetzen, Zusage, Absage, keine Antwort.

  5. Zwei Geräte

    Bewerbungstabelle

    Die Datei hin und her schicken und hoffen, dass die neuere Fassung gewinnt.

    zapply!

    Konto mit Synchronisierung. Bei gleichzeitigen Änderungen legt die Oberfläche beide Stände vor und fragt, welcher gilt.

  6. Auf dem Telefon

    Bewerbungstabelle

    Seitliches Scrollen durch zwanzig Spalten.

    zapply!

    Ab 320 Pixeln lesbar, je Bewerbung eine Karte statt einer Zeile.

Links der Stand, mit dem die meisten Bewerbungsprozesse geführt werden. Rechts, was das Werkzeug an derselben Stelle tut.

Die Oberfläche

Zwei Reiter tragen das Werkzeug: die Übersicht für den Stand, die Statistiken für die Auswertung. Dazu ein Fenster für den Verlauf einer einzelnen Bewerbung. Mehr gibt es nicht, und mehr braucht es nicht.

  1. 01

    Übersicht

    Funktion
    Alle Vorgänge in einer Tabelle, mit Suche über Firma, Rolle, Ort, Kanal und Status, Filterchips je Status und Sortierung nach Datum, Firma oder Gehalt
    Nutzen
    Der Stand der gesamten Suche steht auf einem Bildschirm. Der nächste Schritt einer Bewerbung ist ein Klick in derselben Zeile, es braucht keine Detailansicht.
  2. 02

    Verlauf einer Bewerbung

    Funktion
    Elf mögliche Stationen von geplant bis zurückgezogen, jede mit eigenem Datum, jederzeit nachträglich zu ändern
    Nutzen
    Eine späte Absage löscht nicht die Vorgeschichte. Damit bleibt auswertbar, nach welcher Station eine Bewerbung geendet hat.
  3. 03

    Bewerbungs-Fluss

    Funktion
    Sankey-Diagramm über alle Bewerbungen, von Hand als SVG gezeichnet, darunter die Quoten je Übergang
    Nutzen
    Sichtbar wird die Stelle, an der der Trichter bricht. Wer nach dem ersten Gespräch abgelehnt wird, hat ein anderes Problem als jemand, der keine Antwort bekommt.
  4. 04

    Auswertungen

    Funktion
    Bewerbungen nach Monat und Ort, Antwortzeit als Median mit Verteilung, Gehaltsspanne, Kanäle mit ihrer Gesprächsquote und der Ausgang aller abgeschlossenen Vorgänge
    Nutzen
    Die Frage, über welchen Kanal es sich lohnt, beantwortet eine Quote statt eines Eindrucks. Alles rechnet sich aus den Verläufen, es ist nichts zusätzlich zu pflegen.
Aufnahmen aus der öffentlichen Demo, die mit Beispieldaten läuft. Vier Sprachen inklusive Arabisch mit Rechts-nach-links-Satz, hell und dunkel nach Systemeinstellung, vom 320 Pixel breiten Telefon bis zum großen Bildschirm ohne seitliches Scrollen.

Entscheidungen, die Bestand haben sollen

Das Werkzeug soll in fünf Jahren noch starten. Diese vier Entscheidungen folgen daraus.

  1. 01

    Eine Datei für die Oberfläche

    Kein Framework, kein Bundler. Die Anwendung läuft als statische Datei überall: lokal per Doppelklick, in einem WKWebView, hinter einem Worker. Der Preis ist eine große Datei, der Gewinn ist Haltbarkeit.

  2. 02

    Passwortableitung im Browser

    Cloudflare gibt im Gratistarif zehn Millisekunden Rechenzeit je Anfrage, zu wenig für sauberes Hashing. Deshalb rechnet der Browser PBKDF2 mit 400.000 Runden, der Server speichert davon nur einen gesalzenen SHA-256-Hash.

  3. 03

    Sitzungen ohne Datenbankabfrage

    Ein signiertes Cookie über Konto-Id und Ablauf statt einer Sitzungstabelle. Kein Lesezugriff je Anfrage, keine Verzögerung durch die letztkonsistente Ablage. Dafür 30 Tage Laufzeit als Abwägung.

  4. 04

    Optimistische Nebenläufigkeit

    Jeder Datensatz trägt eine Revision. Der Server lehnt ein Schreiben mit veralteter Revision ab und liefert seinen Stand mit, die Oberfläche legt beide vor. In einem Werkzeug, in dem Wochen an Arbeit stecken, ist stilles Überschreiben der schlimmste Fehler.

Stand

Das Werkzeug ist in der Betaphase und im täglichen Eigengebrauch. Es wird weiterentwickelt, Oberfläche und Datensatz können sich also noch ändern.

Bis 2026 hieß es Bewerbungstracker. Das Repository trägt diesen Namen weiterhin. Die Demo läuft ohne Anmeldung mit Beispieldaten, nichts davon wird gespeichert, und der Quellcode ist offen.